Wattmate veröffentlicht Whitepaper zu Co-Location Wind + BESS
Batteriespeicher am Windpark gehören derzeit zu den meistdiskutierten Themen der Branche und auch bei Wattmate häufen sich die Anfragen dazu. Am Anfang steht dabei fast immer die zentrale Frage, wie viel ein Speicher am eigenen Standort zusätzlich erlösen würde. Eine schnelle Antwort darauf gibt es nicht, und das hat gute Gründe. Gemeinsam mit Clean Horizon haben wir deshalb 320 Co-Location-Szenarien simuliert und die Auswertung in einem Whitepaper veröffentlicht. Dieser Beitrag erklärt, warum die Antwort projektspezifisch ausfällt und welche Orientierung das Whitepaper bietet.
Warum Co-Location gerade jetzt interessant ist
Mit jedem Gigawatt Wind und Photovoltaik wachsen die Preisunterschiede, an denen Batteriespeicher verdienen. Während ihre Kosten weiter sinken, wird der Netzanschluss zum Nadelöhr. Windparks haben ihn bereits und nutzen ihn über weite Teile des Jahres nicht aus, suchen aber angesichts fallender Zuschlagswerte gleichzeitig nach zusätzlichen Erlösen. Kein Zufall also, dass Deutschland im europäischen Vergleich zu den attraktivsten Co-Location-Märkten zählt.
Warum die Erlösfrage so schwer zu beantworten ist
Einen Windpark zu bewerten, ist ein eingespielter Vorgang. Es gibt ein Ertragsgutachten mit P50- und P90-Werten und eine über zwanzig Jahre feststehende Vergütung. Zwei Gutachter kommen bei demselben Projekt zu ähnlichen Ergebnissen und Banken & Investoren kennen die Methodik. Bei einem Batteriespeicher entstehen die Erlöse dagegen aus Preisunterschiede, die sich über die Laufzeit verändern, aus der Kombination mehrerer Märkte, aus der gewählten Zyklenzahl und aus der Alterung der Batterie. Die Bandbreite der Annahmen ist entsprechend groß.
Bei Co-Location kommt eine weitere Ebene hinzu. Windpark und Speicher teilen sich einen Anschlusspunkt und beeinflussen sich dadurch gegenseitig. Wie stark, hängt vor allem davon ab, woher der Speicher lädt. Ein Grünstromspeicher lädt ausschließlich aus dem Windpark und ist damit auf dessen Erzeugung angewiesen. Ein Graustromspeicher kann dagegen unabhängig vom Wind aus dem Netz laden, wird bei der Einspeisung aber durch die verbleibende Anschlusskapazität begrenzt, da der Windpark üblicherweise Vorrang hat. Damit entscheidet über den zusätzlichen Erlös nicht eine einzelne Kennzahl, sondern das Zusammenspiel aus Speichertyp, Auslegung und den Gegebenheiten des Windparks. Genau das war für uns der Anlass, diese Zusammenhänge systematisch durchzurechnen.
Was im Whitepaper steht
Für die Analyse haben wir COSMOS genutzt, das Simulationstool von Clean Horizon. Variiert wurden Grün- und Graustromspeicher, Speicherleistungen von 25 bis 100 Prozent der Windparkleistung, zwei und vier Stunden Speicherdauer, Standorte in vier Windregionen von der Küste bis in den Süden, zwei Anzulegende Werte, Bestands- und Neuanlage sowie Fledermausabschaltungen. Gemessen wurde jeweils, was der Speicher am Windpark zusätzlich erlöst.
Je nach Konfiguration liegt dieser zusätzliche Erlös zwischen rund 40 und 210 Tausend Euro je MW und Jahr. Das ist mehr als das Fünffache. Manche Faktoren, denen man aus der klassischen Windparkbewertung viel zutraut, spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle. Andere wirken stärker als erwartet und bei Grün- und Graustromspeichern teils sogar in entgegengesetzte Richtungen.
Das vollständige Whitepaper mit allen Auswertungen und den zugehörigen Diagrammen kann hier kostenlos angefordert werden und wird nach dem Ausfüllen des Formulars automatisch per E-Mail zugesandt.
Wer mit uns über die Ergebnisse diskutieren oder wissen möchte, was sie für ein konkretes Projekt bedeuten, kann uns gerne kontaktieren. Als Wattmate begleiten wir Betreiber und Entwickler von Co-Location-Projekten bei der Auswahl, Bewertung und Verhandlung passender Vermarktungsverträge.